Endokrinologie
Endokrinologisches Zentrum Frankfurt e.V.


 
 


Stellenwert und Bedeutung des Fachgebietes der Endokrinologie innerhalb der Inneren Medizin

Die Endokrinologie (v. griech. endon "innen", und krinein "entscheiden, abscheiden") ist die "Lehre von den Hormonen".

Hormone sind unverzichtbare Botenstoffe, die alle wichtigen Stoffwechselvorgänge im Organismus steuern und eine Kommunikation zwischen Zellen und Organen ermöglichen. Sie verteilen sich auf dem Blutweg im Körper und steuern lebenswichtige Funktionen wie Kreislauf, Atmung, Stoffwechsel, Ernährung, Körpertemperatur sowie unseren Salz- und Wasserhaushalt. Außerdem regeln sie das Wachstum, die Entwicklung zu Mann oder Frau und unsere Fortpflanzung. Das Endokrinium ist außerdem unverzichtbar für die Anpassung an die Umwelt und die Reaktion auf Belastung und Stress.

Die Endokrinologie als wichtiges Teilgebiet der Inneren Medizin setzt sich mit der Funktion und Regulation von Hormonen und Hormonsystemen auseinander. Dies umfasst vor allem Störungen in der Hormonproduktion und -wirkung sowie die Behandlung der entsprechenden Krankheitsbildern Hierzu zählen Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und ihren übergeordneten Zentren im Gehirn (Hypothalamus), der Schilddrüse, der Nebenschilddrüse, der Nebennieren und der Geschlechtsdrüsen (Gonaden). Die partielle bzw. der komplette Funktionsausfall einer oder mehreren der genannten Drüsen führt zur deutlichen Beeinträchtigung der Gesundheit. Eine prompte Vorstellung bei einem Endokrinologen ist auf jeden Fall erforderlich. Endokrine Störungen äußern sich durch ein Überangebot von Hormonen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion/Hyperthyreose), durch einen Mangel an Hormonen (Schilddrüsenunterfunktion/Hypothyreose) oder durch eine Vergrößerung einer endokrinen Drüse (Struma). Mögliche Ursachen der endokrinen Störungen sind nachfolgend dargestellt.

Ursachen für einen Hormonmangel

  1. Fehlende Hormondrüse: angeboren oder erworben (z.B. nach Op)
  2. Zerstörung von Drüsengewebe:
    • Autoimmunerkrankungen
    • Schlaganfall
    • Infektionen
    • Tumoren
  3. Bildungsstörungen: z.B. bei Jodmangel kann nicht aussreichend Schilddrüsenhormon produziert werden
  4. Rezeptordefekte: Hormone binden an bestimmte Moleküle in der Zellmembran (Rezeptoren). Diese können entweder defekt oder nicht ausreichend vorhanden sein

Ursachen für einen Hormonüberschuss

  1. Überproduktion von Hormonen durch einen gutartigen oder bösartigen Tumor (häufigste Ursache für Hormonüberschuss)
  2. Überstimulation der Hormondrüse durch übergeordnetes Steuerzentrum
  3. Autoantikörper binden an Rezeptor und imitieren Hormonwirkung
  4. Überdosierung der Hormontherapie

Zu dem Fachgebiet der Endokrinologie zählen weiterhin Erkrankungen wie Osteoporose, der Diabetes mellitus, das Übergewicht, die Fettstoffwechselstörungen sowie gutartige und bösartige Tumoren der hormonproduzierenden Zellen. Aufgrund der komplexen Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper stehen viele Krankheitsbilder in engem Zusammenhang mit endokrinologischen Fragestellungen. Störungen des Endokriniums sind die Ursache für vielfältige Erkrankungen. Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen und Osteoporose betreffen Millionen von Menschen in Deutschland. An die moderne Medizin werden bei sich häufenden Erkrankungen höchste Ansprüche hinsichtlich der effektiven Diagnostik und Behandlung gestellt. Aufgrund der mannigfaltigen Krankheitsbilder muss eine enge Zusammenarbeit zwischen Hausarzt, Internist, Orthopäden, Kinderarzt und Urologen erfolgen und eine rechtzeitige Überweisung an einen Endokrinologen vorgenommen werden. Die Endokrinologie verfügt über spezielle Möglichkeiten, Störungen im hormonellen Regelkreis und Stoffwechselerkrankungen zu diagnostizieren. Der Endokrinologe kann mit Hilfe eines Patientengesprächs (Anamnese), einer klinischen Untersuchung und verschiedener Untersuchungsmethoden, wie z.B. Laborwerte der Hormone im Blut und Urin,Hormontests, bildgebende Verfahren (z.B. Ultraschall, Szintigraphie, Computer- und Magnetresonanztomografie), die verschiedenen endokrinologischen Erkrankungen diagnostizieren.

Zur rationalen Diagnostik und Therapie bedarf es endokrinologisch geschulte Ärzte, die über Kenntnisse und Erfahrungen der Regelmechanismen des endokrinen Systems verfügen. Obligat sind bei der Beurteilung und adäquaten Behandlung der endokrinologischen Störungen Fort- und Weiterbildungen mit Hintergrund des aktuellsten und internationalen Forschungsstandes.

Das Endokrinologische Zentrum Frankfurt hat sich als gemeinnütziger Verein diese wichtige Aufgabe der qualifizierten und suffizienten Betreuung von Patienten zu eigens gemacht. Durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen medizinischen Fachdisziplinen kann jedem Patienten eine umfassende optimale Diagnostik und Therapie ermöglicht werden. Durch gemeinsame Projekte soll auch die endokrinologische Grundlagenforschung ausgeweitet und verbessert werden.



Aktuelle Infos

04.09.11: Einladung für Ärzte



 
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